Nicole Schneiderbauer

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Wittgensteins Mätresse (DSE) nach einem Roman von David Markson

Ein Hybrid aus VR, Installation und Schauspiel

 

Kate ist Künstlerin und womöglich der letzte Mensch auf der Erde. Doch gab es sie wirklich, jene Apokalypse, die nur Kate verschont hat? Oder ist Kate einfach nur wahnsinnig? Nicht allein auf der Welt, sondern nur gänzlich ohne Bezüge und Beziehungen zu ihr?

In einem Strandhaus an der US-amerikanischen Ostküste dokumentiert Kate ihr »Schauen«, wie sie es nennt, nach Überlebenden der namenlosen Katastrophe auf ihrer Reiseschreibmaschine und durchforstet ihre Erinnerungen an Kunstwerke und Artefakte einer vermeintlich untergegangenen Zivilisation. Dabei springt sie durch die Zeit, umrundet gedanklich erneut in diversesten Fahrzeugen den Globus, übernachtet in den größten Museen der Welt, in denen sie hin und wieder, um sich zu wärmen, Feuer legen muss oder ihre eigenen Werke den Sammlungen hinzufügt. Kates Erinnerungen entspinnen eine irrwitzige Kulturgeschichte von Homer, der womöglich eine Frau war, bis Herodot, Spinoza, hin zu Rembrandts rostbrauner Katze oder dem Leben Brahms’ – doch immer wieder blitzt tief verborgen zwischen den Zeilen eine Trauer auf, die vermuten lässt, dass Kates Geschichte womöglich eine ganz andere ist.

Marksons Roman Wittgensteins Mätresse, der vielfach als Genie­streich beschrieben wurde, ist philosophische Science-Fiction und eine beeindruckende Studie über menschliche Einsamkeit.

Mit: Ute Fiedler, Florian Gerteis, Christina Jung, Andrej Kaminsky, Jenny Langner, Thomas Prazak

Bühne & Kostüm: Miriam Busch, Video & VR-Design: Stefanie Sixt, Dramaturgie: Sabeth Braun, Technische Realisation VR: Heimspiel

Live-Premiere voraussichtlich 24.04.2021, Staatstheater Augsburg (Halle C4), 2021

3D-Bilder: Stefanie Sixt